Krebsmedizin 2026: 3 neue Therapien mit Zulassung (Eierstockkrebs, Lungenkrebs, Hodgkin)
Die Krebsmedizin im Jahr 2026 ist geprägt von Zulassungen, die an die Tumorbiologie gekoppelt sind. Beim Ovarialkarzinom ist eine zielgerichtete Therapie für rezidivierte oder fortgeschrittene Erkrankungen mit definierten Alterationen zugelassen, die durch Begleittestung bestätigt wurden, und sie verbesserte das progressionsfreie Überleben. Beim Lungenkarzinom stimmen biomarkergetriebene Wirkstoffe die Behandlung auf EGFR, ALK, ROS1, RET, PD-L1 und Resistenzprofile ab. Beim Hodgkin-Lymphom bietet eine CD30-gerichtete CAR-T-Therapie Aktivität bei rezidivierter oder refraktärer Erkrankung. Die folgenden Abschnitte skizzieren Indikationen, Evidenz und Auswahlkriterien.
Eierstockkrebs: Eine neue Zulassung für eine zielgerichtete Therapie

Da sich die Behandlung von Eierstockkrebs zunehmend hin zu biomarkerdefinierten Strategien verlagert, spiegelt die Zulassung einer neuen zielgerichteten Therapie im Jahr 2026 die wachsende Rolle der molekularen Selektion in der gynäkologischen Onkologie wider. Die Zulassung ist für Patientinnen mit rezidivierter oder fortgeschrittener Erkrankung vorgesehen, deren Tumoren eine definierte therapeutisch nutzbare Veränderung aufweisen, die durch validierte Begleittestung identifiziert wurde. Die klinische Bewertung zeigte ein verbessertes progressionsfreies Überleben im Vergleich zu Standardregimen, wobei die Toxizität durch unter protokollgesteuerter Überwachung beherrschbare hämatologische und gastrointestinale Ereignisse gekennzeichnet war.
Diese Zulassung unterstreicht, wie diagnostische Fortschritte die Behandlungsberechtigung eingrenzen und zugleich die therapeutische Präzision verbessern. Umfassende molekulare Profilierung, die Bewertung der homologen Rekombination und die Tumorsequenzierung fließen zunehmend in die Therapiesequenzierung nach platinbasierter Therapie, PARP-Hemmung oder antiangiogener Behandlung ein. Eine multidisziplinäre Bewertung bleibt wesentlich, um Biomarker zu interpretieren, die Resistenz gegenüber früheren Behandlungen zu beurteilen und individuelle Nutzen-Risiko-Entscheidungen zu treffen.
Die Umsetzung erfordert eine koordinierte Patientenunterstützung, einschließlich Zugang zu genetischer Beratung, Aufklärung über unerwünschte Ereignisse, Überwachung der Therapietreue und finanzieller Navigation, insbesondere dort, wo die Kapazitäten für Biomarkertests in onkologischen Netzwerken weiterhin ungleich verteilt sind.
Lungenkrebs: Eine biomarkergesteuerte Behandlung im Jahr 2026
Die biomarkergesteuerte Onkologie verändert auch im Jahr 2026 die Behandlung von Lungenkrebs, wobei die therapeutische Auswahl zunehmend von Tumorgenotypisierung, Resistenzprofilierung und validierten Begleitdiagnostika abhängt. Beim nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom definieren therapierbare Veränderungen wie EGFR-Mutationen, ALK-, ROS1-, RET- und NTRK-Fusionen, MET-Exon-14-Skipping, BRAF V600E, HER2-Mutationen und KRAS G12C eigenständige Behandlungswege. Neue Zulassungen positionieren zielgerichtete Wirkstoffe zunehmend entsprechend molekularem Subtyp, vorheriger Exposition, Aktivität im zentralen Nervensystem und erworbenen Resistenzmechanismen.
Bei Patienten ohne dominante onkogene Treiber leiten PD-L1-Expression, Tumormutationslast, Histologie und klinische Fitness Checkpoint-Inhibitor-basierte Regime. Zu den aktuellen Fortschritten in der Immuntherapie gehören verfeinerte Chemoimmuntherapie-Kombinationen, perioperative Immunstrategien und biomarkerangereicherte Erhaltungsansätze. Die Liquid Biopsy unterstützt eine rasche molekulare Triage, wenn nur begrenzt Gewebe verfügbar ist, und ermöglicht den Nachweis entstehender Resistenzen während der Therapie. Insgesamt bewegt sich die personalisierte Medizin bei Lungenkrebs weg von einer breiten histologischen Klassifikation hin zu einer dynamischen, genomisch informierten Behandlungssequenzierung.
Hodgkin-Lymphom: Eine neue Option bei rezidivierter Erkrankung
Mehrere Fortschritte verändern im Jahr 2026 die Behandlungslandschaft für das rezidivierte oder refraktäre Hodgkin-Lymphom, insbesondere für Patienten, die nach Brentuximab Vedotin, Checkpoint-Inhibitor-Therapie, autologer Stammzelltransplantation oder mehreren vorausgegangenen Therapielinien ein Rezidiv erleiden. Eine bemerkenswerte Option ist die CD30-gerichtete CAR-T-Zell-Therapie, die bei stark vorbehandelter Erkrankung klinisch bedeutsame Aktivität gezeigt hat, einschließlich dauerhafter Komplettremissionen in Subgruppen mit chemotherapieresistentem Lymphom. Diese Fortschritte in der Immuntherapie gehen über die PD-1-Blockade hinaus und zielen auf ein definierendes Antigen der Hodgkin-Reed-Sternberg-Zellen ab, während sie potenziell die Abhängigkeit von konventionellen zytotoxischen Salvage-Regimen verringern.
Aktuelle Studienupdates berichten über objektive Ansprechraten, die historische Erwartungen übertreffen, mit beherrschbarem Zytokinfreisetzungssyndrom und niedrigen Raten schwerer Neurotoxizität, wenn zeitgemäße Herstellungs- und Überwachungsprotokolle verwendet werden. Die Patientenauswahl bleibt entscheidend, einschließlich der Beurteilung der CD30-Expression, des bisherigen Transplantationsstatus, des Performance-Status, der Organreserve und des Infektionsrisikos. Im Jahr 2026 wird erwartet, dass eine multidisziplinäre Evaluation die Sequenzierung mit allogener Transplantation, Strahlentherapie oder die Aufnahme in klinische Studien festlegt.