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Neuroleptika: Nebenwirkungen

August 19, 2008 von  
Kategorie: Nerven und Gehirn, Sonstiges

Bei dem klassischen Neuroleptika treten vermehrt extrapyramidal-motorische St√∂rungen auf und auch allergische Reaktionen k√∂nnen beobachtet werden. Au√üerdem besteht die Gefahr von unerw√ľnschten psychischen Nebenwirkungen. Die extrapyramidal-motorischen St√∂rungen werden durch die Dopamininhibation ausgel√∂st. Es k√∂nnen Fr√ľhdyskenisien, Sp√§thdyskinesien, Akathesien sowie das Parkinson Syndrom, welches durch Neuroleptika ausgel√∂st wird und das malig neuroleptische Syndrom auftreten.

Anzeichen f√ľr Fr√ľhdyskenisien sind neben unkontrolliertem schnellem Herausstrecken der Zunge auch Blickkr√§mpfe und Kr√§mpfe der R√ľckenmuskulatur.
Das durch Neuroleptika verursachte Parkinson Syndrom ist sowohl von der Dosierung als auch von der neuroleptische Potenz, also der St√§rke des Wirkstoffs abh√§ngig. Fr√ľhdyskenisien, sowie das Parkinson Syndrom k√∂nnen gut mit Anticholinergika behandelt werden, sollten jedoch nicht prophylaktisch eingesetzt werden, da sie die Wirkung der Neuroleptika abschw√§chen und diese beiden Nebenwirkungen nur bei einigen Patienten auftreten.
Einen Nebenwirkung, die zusammen mit dem Parkinson Syndrom auftreten kann ist die Akathesie, die sich darin äußert, dass der Betroffene nicht in der Lage ist, sitzen zu bleiben. In diesem Falle muss der Patient auf eine neue Dosis eingestellt werden oder das Präparat gewechselt werden. Benzodiazepine bringen nur eine kurzfristige Besserung.
Besonders bei älteren Patienten können Späthdyskinesien auftreten, die sich dadurch manifestieren, dass die Patienten hyperkinetische Anzeichen aufweisen. Hier ist es wichtig, die Dosierung so zu wählen, dass die Wirkung noch ausreichend, und die Nebenwirkungen so gering wie möglich gehalten werden, also eine optimale Arzneimitteleinstellung erfolgt. Auch hier sollte nicht prophylaktisch mit Anticholinergika behandelt werden da dies die Entwicklung von Späthdyskinesien fördern könnte. Hier wäre ein Ausschleichen des verwendeten Präparats sowie die Umstellung auf Arzneistoffe wie Tiaprid oder Clozapin sinnvoll.

Eine seltene, jedoch sehr gefährlicher Nebenwirkungen von Neuroleptika ist das maligne neuroleptische Syndrom. Hier sind neben extrapyramidal-motorischen Störungen, sowie Fieber und Kreislaufstörungen als Symptome zu nennen. Hier kommen vor allem dopaminerge Agonisten, als auch Dantrolen oder Amantadin zum Einsatz.

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