Samstag, 11. Februar 2012

Antiarrhythmika Klasse I-IV

Mai 1, 2009 von flo  
Kategorie: Herz und Kreislauf

Dr. Klaus-Uwe Gerhardt / Pixelio

Dr. Klaus-Uwe Gerhardt / Pixelio

Antiarrhythmika werden aufgrund ihres Wirkmechanismusses in vier verschiedene Klassen eingeteilt (nach Vaughhan Williams)

Klasse I: die Natriumkalalblocker (Indikation bei Herzinsuffizienz)

IA: der Chinidintyp: Disopyramid, Ajmalin, Prajmalinum Anwendung bei schweren symptomatischen und lebensbedrohlichen supraventrikulären und ventrikulären Tachykardien Wirkmechanismus: die Dauer des Aktionspotentials nimmt zu. Die Arzneistoffe des Chinidintyps binden mittellang im Kanal. Die used-dependence somit auch.

IB: der Lidocain Typ: Mexilitin, Phenytoin Diese Arzneistoffe haben eine hohe used-dependence, da sie nur kurz im Kanal binden. Dieses bietet eine hohe Sicherheit, allerdings auch eine etwas mickrige Wirkung.

IC: Flecainid Typ: Propafenon Propafenon bindet lange im Kanal, hat daher eine niedrige used-dependence. Indikationen nur bei schweren symptomatischen und lebensbedrohlichen supraventrikulären und ventrikulärenn Tachykardien. Auch ihr Blatt die Dauer des Aktionspotenzials unverändert

Alle Arzneistoffe der Klasse I senken die Depolarisationsgeschwindigkeit, die Wahrscheinlichkeit von pathologischen Aktionspotential wird unterdrückt, die Inotropie sinkt. Die Wirkung der Antiarrhythmika der Klasse I hängt von der Erregungsfrequenz ab, da die Bindungsstelle für die Natriumkalalblocker im Inneren der Zelle liegen. Je häufiger der Natriumskanal geöffnet wird, desto häufiger können Natriumkalalblocker an ihre Bindungsstelle gelangen, und desto stärker ist die Wirkung. –> used-dependence

Klasse II: ß-Blocker – werden gerne genommen, wirken aber nur schwach antiarrhytmisch.

Klasse III: Kaliumkanalblocker – hier nimmt die Dauer des Aktionspotential zu sehr stark zu, und es kommt zu einer Verlängerung der Refraktärzeit. Indikationen auch hier nur bei schweren, symptomatischen supraventrikulären und ventrikulären Tachykardien

Die Leitsubstanz der Kaliumkanalblocker ist das Amiodaron. In der Struktur finden sich zwei Iod-Atome, welches das Molekül sehr lipophil machen, und damit eine sehr lange Halbwertszeit besitzt (circa 28 Tage). Als Nebenwirkungen treten Schilddrüsenfunktionsstörungen auf, sowie eine Photosensibilisierung der Haut (Sonnenschutz Creme verwenden). Bei Asthma in Amiodaron kontraindiziert, aufgrund der Gefahr einer Lungenfibrose.

Klasse IV: Kaliumkanalblocker: Verapamil Indikation nur bei supraventrikulärer Arrythmie, der nur bei den Schrittmacherzellen ist Ca2+ verantwortlich für die Depolarisation.

Das Problem der Antiarrhythmika der Klasse I-III ist, dass sie auch Arrhythmien auslösen können: so kann es zu einer Torsade de pointes-arrythmie kommen oder zu kreisende Erregungen, welche Kammerflimmern nach sich ziehen.

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