Samstag, 11. Februar 2012

Herzglykoside – Wirkung

Mai 1, 2009 von flo  
Kategorie: Herz und Kreislauf

Herzglykoside Struktur

Herzglykoside Struktur

Herzglykoside sind ZNS gängig. Sie wirken auch gegen Tachykardien, allerdings nur gegen supraventrikuläre Tachykardien, also Tachykardien, oberhalb des Ventrikels.

Herzglykoside wirken durch die Hemmung der Na/K-ATPase von Muskelzellen des Herzens die Na/K-ATPase in Herzmuskelzellen pumpt Natrium aus der Zelle hinaus und Kalium in die Zelle hinein. Bei Blockade der Na/K-ATPase strömt kein Natrium heraus, der Natriumsspiegel in der Zelle steigt an, der Konzentrationsgradient sinkt. Da ein Herzmuskelzellen noch ein Na-Ca-Antiporter wirkt steigt die Konzentration von Kalzium- Ionen in der Zelle an –> Erregbarkeit steigt also.

Dadurch wirken Herzglykoside positiv ionotrop (Herzkraft) und positiv bathmotrop (Erregbarkeit) aber negativ chronotrop (Herzfrequenz) und negativ dromotrop (Erregungsleitung)

Der Grund dafür ist das der Parasympathikus aktiviert wird durch den Nervus Vagus, allerdings nur oberhalb des Ventrikels. Deshalb wird in Herzglykoside auch gegen Tachykardien oberhalb des Ventrikels (supraventrikuläre Tachykardien)

Drei Arzneistoffe, die sich in ihrer Halbwertzeit unterscheiden, sind hier wirksam: Strophanthin, Digoxin sowie Digitoxin. Die Wirkform ist immer Digoxin.

Digoxin hat eine Halbwertszeit von ein bis zwei Tagen, Digitoxin von circa sieben Tagen und Strophanthin ist von allen das am kürzesten wirksamste mit 8 h Halbwertszeit. Herzglykoside werden bis auf Digitoxin über die Niere ausgeschieden, so dass bei einer Niereninsuffizienz Digitoxin das Mittel der Wahl ist, da es aufgrund seiner hohen Lipophilie biliär ausgeschieden wird.

Bei einer Herzglykosidvergiftung treten folgende Symptome auf:
- durch die zentrale Wirkungen tritt verändertes Farbsehen auf (meistens Gelb)
- Übelkeit, Erbrechen und Atemstörung
- Arrhythmien (bis hin zum Kammerflimmern)
- Halluzinationen (Wahrnehmungsstörungen)

Bei einer Vergiftung gibt man langsam Kalium-Ionen, zum Beispiel Antiarrhythmika (die Lidocain) oder Anionenaustauscherharze wie zum Beispiel Colestyramin oder Colestipol. Auch können Antikörper gegeben werden.

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