Antibiotika -Resistenzen wahrscheinlich durch Malaria verursacht
Ein bei Malaria üblicherweise eingesetztes Arzneimittel steht im Verdacht, bakterielle Antibiotika- Resistenzen auszulösen. Kanadische Forscher der Universität Toronto analysierten über drei Jahre hinweg die Stuhlproben verschiedener Ureinwohner Nord- West- Guyanas, wobei bei den Studienteilnehmern auch entsprechende Medikamenteneinnahmen berücksichtigt wurden. Bei über fünf Prozent der untersuchten Personen stellten die Wissenschaftler eine Antibiotikaresistenz der typischen Darmbakterien gegen das Arzneimittel Ciprofloxacin fest, obwohl dieses von keinem der Probanden jemals eingenommen wurde. Im Normalfall bildet sich eine Resistenz gegenüber bestimmten Antibiotika jedoch nur aus, wenn dieses mindestens einmalig zur Behandlung eingesetzt wurde. Die Forscher vermuteten einen Zusammenhang zwischen der festgestellten Antibiotikaresistenz und der Einnahme eines Malaria- Mittels. Einerseits fand man heraus, dass die Resistenz gegenüber einem Arzneimittel bestand, dass eine chemisch sehr ähnliche Struktur wie das Malaria- Medikament aufwies. Zudem war es bei 86 Prozent der Ureinwohner aufgrund eines Malaria- Ausbruchs nötig gewesen, ein derartiges Mittel gegen die Erkrankung einzunehmen. Wissenschaftliche Laboruntersuchungen bestätigten den Verdacht der Forscher und zeigten, dass die E.coli- Darmbakterien Resistenzen gegen die Gruppe der Fluorchinolone, zu denen auch Ciprofloxacin gehört, nach dem Kontakt mit dem entsprechenden Malaria- Medikament entwickelten. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass sich auch bezüglich anderer Bakterienarten derartige Antibiotikaresistenzen bei der Einnahme von Malaria- Mitteln entwickeln könnten.
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