Samstag, 11. Februar 2012

Phantomschmerz – paradoxe Schmerzwahrnehmung

Juli 11, 2008 von Kristina  
Kategorie: Sonstiges

Phantomschmerzen sind Schmerzen, die im Bereich nicht mehr vorhandener, amputierter Körperteile empfunden werden. Die Ursachenforschung ist noch nicht vollständig erschlossen. Man nimmt an, dass es sich hierbei um ein komplexes psychophysisches Geschehen handelt. Im Bereich der Auslöser lassen sich grob drei größere Gruppen unterteilen. Zum einen die peripheren Ursachen: hierbei geht man bei der Schmerzentstehung von Nervenwiederherstellungen, Neurombildungen oder Erregungen der blinden Nervenenden durch lokale Reiz- und Entzündungsprozesse aus. Bei der Neurombildung handelt es sich um Nervengewebsschwülste im Bereich der Absetzungsstelle. Zum anderen werden spinale Ursachen erforscht, wobei die Schmerzentstehung im Rückenmark auf den Verlust eingehender Reizsignale zurückzuführen ist. Als letzte Gruppe sind zentralnervöse Ursachen zu nennen, die Veränderung der zentralen Wahrnehmung bestimmten Hirnarealen beschreiben. Man geht davon aus, dass das eigene Bild vom Körper trotz Amputation weiterhin fortbesteht. Der Phantomschmerz wird im Mittel von 50% bis 60% der Operierten angegeben und die Häufigkeit steigt, je näher die Amputation am Körperkern durchgeführt wird. Dabei müssen Phantomschmerzen nicht unmittelbar nach der Operation auftreten, sondern können auch erst Wochen bis Monate danach empfunden werden. Der Phantomschmerz wird als stechend und brennend beschrieben und ist selten von kontinuierlichem Charakter. Phantomschmerzleidende werden mit Arzneimitteln zur Nervenblockade oder Schmerzhemmern, zu denen die Opiate zählen, behandelt.

Webseite:

http://flexikon.doccheck.com/Phantomschmerz

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