Haut – Sinneswahrnehmung über spezielle Rezeptoren
Neben den uns bekannten Sinnen wird das Fühlen als fünfter Sinn bezeichnet. Grundlage des Fühlens ist die Mechanorezeption, ein Vorgang, bei dem mechanische Reize aus der Umwelt über entsprechende Rezeptoren in elektrische Signale umgewandelt und dadurch für unser Zentralnervensystem verarbeitbar werden. Da es sich hier um ein äußerst kompakt angelegtes Sinnesorgan handelt, gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher und verstreut liegender Fühler. Bei den Mechanorezeptoren der Haut werden ja nach Sinnesqualität verschiedene Rezeptortypen unterschieden. Die erste Gruppe sind die Druckrezeptoren, welche auf Hautverformungen reagieren. Dieser Rezeptortyp steigert seine Impulsrate proportional zur Reizintensität. Aus diesem Grund werden diese Rezeptoren auch Proportionalfühler oder Intensitätsdetektoren genannt. Zu ihnen gehören die Merkelzellen und Ruffinikörperchen. In der zweiten Gruppe reagieren die Rezeptoren auf Scherkräfte und auf die Geschwindigkeit von Reizänderungen. Aus diesem Grund werden sie Differentialdetektoren genannt. Zu ihnen gehören die Meissner-Tastkörperchen und die Haarfollikelrezeptoren. Als letzte Gruppe der Mechanorezeptoren der Haut sind die Vibrationsrezeptoren zu nennen. Sie werden von den Vater- Pacini- Körperchen vertreten. Dieser Rezeptortyp reagiert auf die Beschleunigung, mit der sich eine Hautdeformation vollzieht. Deshalb sind sie prädestiniert dazu, Vibrationen aufzunehmen, da dort eine ständig wechselnde Beschleunigung auftritt. Die Vater–Pacini- Körperchen sind primäre Sinneszellen, d.h. sie leiten Erregungen über eigene Strukturen zum Zentralnervensystem fort.
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