Harnstoff – was ist das?
Harnstoff fällt als Abbauprodukt des Eiweiß- und Aminosäurestoffwechsels an. Bei deren Zerfall bzw. Abbau entsteht Ammoniak, der als Stickstofflieferant gilt. Zudem kann der Körper überflüssigen Stickstoff über die Harnstoffbildung ausscheiden. Harnstoff wird in der Leber aus Kohlenstoffdioxid und Ammoniak gebildet und gelangt schließlich in den Blutkreislauf. Die Niere filtriert den größten Anteil anfallenden Harnstoffs und bewirkt somit dessen Ausscheidung über den Urin. Außerdem sind zu einem geringen Teil auch Schweißdrüsen und Darmsekrete an der Harnstoffabgabe beteiligt. Über den Harnstoffgehalt des Blutes und Urins kann die Nierenfunktion beurteilt werden. Die Bestimmung erfolgt meist über Blutserumuntersuchungen, seltener auch über die Harnstoff- Konzentrationsanalyse im Urin. Bei erhöhten Harnstoffanteilen im Blut lässt sich somit eine Nierenfunktionsstörung erkennen, da hier nicht mehr ausreichend Harnstoff filtriert und über den Urin abgegeben wird. Der Verlauf eines derartigen Nierenversagens kann über die Harnstoffkonzentration im Blut somit regelmäßig überprüft und Behandlungserfolge kontrolliert werden. Veränderte Harnstoffwerte findet man aber nicht nur bei Funktionsstörungen entsprechender Organe. Auch die Ernährung spielt eine wichtige Rolle, je nach Eiweißaufnahme kann die Harnstoffkonzentration erhöht oder erniedrigt sein. Durchfall, Erbrechen und Herzinsuffizienz erhöhen den Harnstoffwert, in der Schwangerschaft oder bei einer vermehrten Harnausscheidung findet man eine verringerte Konzentration. Normal sind Werte von 17- 43mg/dl.
Webseite:
http://www.netdoktor.de/laborwerte/fakten/niere/harnstoff.htm