Multiple Sklerose – Schubhäufigkeit kann durch Krebsmedikament gesenkt werden
Bei der neurologischen Erkrankung Multiple Sklerose (MS) ist ein Verlauf in Schüben typisch. MS führt mit der Zeit zu einer immer stärker werdenden körperlichen Behinderung aufgrund von entzündlichen Prozessen im Gehirn und Rückenmark. Britische Wissenschaftler fanden nun heraus, dass der Wirkstoff Alemtuzumab, der in der Krebstherapie zum Einsatz kommt, die Auswirkungen von Multiple Sklerose entscheidend einschränken kann und damit einen förderlichen schubhemmenden Effekt aufweist. Alemtuzumab stellt einen Antikörper dar, der sich nachhaltig auf entzündliche Veränderungen, die typisch für die Erkrankung sind, auswirkt. Eine Reduzierung der Schubhäufigkeit um bis zu 87% stellten die Forscher der Universität in Cambridge im Rahmen umfangreicher Untersuchungen fest. Die dazu durchgeführte dreijährige Studie befasste sich mit der Analyse der Wirkungsweise von dem üblicherweise verwendeten Interferon und Alemtuzumab an insgesamt 334 Probanden. Dabei konnten bei der Verordnung des neuen Wirkstoffs sogar bessere Behandlungsergebnisse beobachtet werden, denn die Zeit bis zum nächsten Schub zeigte einen deutlichen Anstieg verglichen mit der mittels Interferon- behandelten Versuchsgruppe. Bereits eine niedrige Dosierung führe laut Angaben der Wissenschaftler zu einer Reduzierung der Schubhäufigkeit um 72 %, wurde die Dosis weiter erhöht, konnte eine Senkung der Schubrate um 88% beobachtet werden. Damit könnte die neue Behandlungsmethode den Krankheitsverlauf der MS für die Betroffenen entscheidend verzögern.
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