Schilddrüsenerkrankung – Jodmangel immer noch Gesellschaftsproblem
Trotz weitgehender Aufklärung besteht bei einem gewissen Anteil der Bevölkerung immer noch ein Mangel an Jod. Doch eine ausreichende Aufnahme des Halogens ist essenziell für den Organismus. Jod spielt nämlich eine entscheidende Rolle für die Schilddrüsenaktivität. Hier gilt es als Voraussetzung für die Bildung der wichtigen Hormone, die sich auf die gesamte Aktivität des Organismus auswirken. Ein Mangel an Jod über einen längeren Zeitraum kann zu einer Vergrößerung der Schilddrüse führen, wodurch letztendlich eine Unterfunktion, eine so genannte Hypothyreose, entstehen kann. Eine verminderte Produktion an Schilddrüsenhormonen lässt am Anfang meist kaum Beschwerden beobachten, erst bei einer Verschlechterung des Zustandes treten Symptome wie Müdigkeit oder eine verringerte Motivation auf, Betroffene fallen zudem durch ein erhöhtes Schlafbedürfnis auf. In Afrika stellt die Jodversorgung beispielsweise ein großes Problem dar. Doch nicht nur in derartigen Regionen ist die tägliche Jodaufnahme mangelhaft und kritisch zu betrachten. Auch in Industrieländern sind Defizite in der Jodversorgung vorhanden. In Deutschland sind die Verhältnisse, verglichen mit vielen anderen Staaten, zwar noch relativ gut, doch hier fallen die extremen Gegensätze auf. Während einige zu große Mengen an Jod aufnehmen, besteht bei anderen eine Mangelversorgung. Allgemein lässt sich ein Anstieg krankhafter Schilddrüsenvergrößerungen verzeichnen, innerhalb von zehn Jahren sei die Häufigkeit um 80% gewachsen.
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