Krokodilblut als Ausgangsstoff für Medikamente?
Krokodile leben seit etwa 200 Millionen Jahren auf unserem Planeten, der Homo sapiens kann mit dieser Zahl nicht mithalten, existiert er doch gerade einmal 170000 Jahre. Die Ursache für diese Tatsache sehen Forscher in einem erstaunlich stark ausgeprägten und widerstandfähigen Immunsystem der Reptilien. Im Vergleich zu den Krokodilen zeigt das menschliche Abwehrsystem eine geringere Widerstandsfähigkeit. So zeigte sich, dass bei eingedrungenen Krankheitserregern Abwehrreaktionen des menschlichen Körpers wesentlich länger dauern und schwieriger von statten gehen. Dagegen weisen die Reptilien ein besonders schnelles und wirksames Immunsystem auf und reagieren auch auf Erreger völlig unbekannter Art mit sehr effizienten Maßnahmen, die den Organismus schützen und Eingriffe der Krankheitsauslöser verhindern. Sogar bei schwerwiegenden Verletzungen, etwa im Rahmen territorialer Machtkämpfe, zeigen die Reptilien nur eine geringe Infektionsanfälligkeit, auch wenn hier sogar ganze Gliedmaßen beschädigt werden. Dabei ist ihr Lebensraum nur so von Bakterien und anderen möglichen Erregern besiedelt. Mark Merchant, amerikanischer Biochemiker, führt diese hohe Widerstandsfähigkeit auf bestimmte Eiweiße, die sich im Blut der Krokodile finden, zurück. Diese Ergebnisse wollen Forscher nun nutzen, um neue Medikamente herzustellen. Hier sollen die körpereigenen produzierten Stoffe der Alligatoren genutzt werden, um gegen bestehende Antibiotikaresistenzen anzugehen und neue effiziente Arzneimittel herzustellen. Alligatorblut kommt also eine immer größere medizinische Bedeutung zu.
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http://www.netdoktor.de/feature/antibiotika-tiermedizin.htm